Statistiken und Grafiken sind ziemlich mächtig und wichtig. Sie kontrollieren unser Leben, aber wenn sie zu buntem, HipHop-mäßigem Schmuck werden, den man sich um den Hals hängen kann, sind sie ziemlich witzig. Die CRA$H Kollektion vom Superfertile Label der in Sri Lanka geborenen Londonerin Kali Arulpragasam ist jedenfalls großartig.
Vice: Warum Kuchendiagramme?
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Kali: Ich wollte was machen, dass Glitzer manipuliert und die Realität und Leid zum Glamour bringt. Obwohl die Steine etwas so schreckliches verkaufen, ist es doch fantastisch. Es ist ein Aufprall, der sehr gut funktioniert: Arbeitslosigkeit, Wohnungslosigkeit, Schulden, Statistiken, Zahlen—die Wahrheit über die Finanzkrise. Ich wollte zeigen, dass Schmuck eine mächtiges Medium ist, wir können mehr daraus machen als Zähne an einer Kette oder ein Schädel auf einem Ring. Man kann damit die Wahrheit sagen über das Rettungspaket für die Banken und Rentner die ihre Ersparnisse verloren haben.
Deine letzte Kollektion „Real Superstars“, war eine lustige Sammlung von Schrumpfköpfen, die eine andere Form von Besessenheit angriffen: Celebrity.
„Real Superstars” wollte darauf aufmerksam machen, dass es Leute gibt, die der Gesellschaft etwas mehr gegeben haben, als nur zu unterhalten. Leute wie John Shephard Barron, der Erfinder des Geldautomaten oder Alec Jeffreys, der den genetischen Fingerabdruck entdeckt hat. Es war echt aufregend, als John und Alec mir Emails geschrieben haben um sich über meinen Schmuck zu erkundigen. Ich habe einfach Glück, das Harvard Research Team ist froh, wenn ich sie stalke. Wahrscheinlich weil der Rest der Welt sich nicht dafür interessiert, was eine Schande ist.
Du sprichst mit deinen Designs globale Probleme an. Warum?
Ich glaube dass es wichtig ist, die Leute zum Fragen, Diskutieren und sich Verändern zu bringen. Ich glaube, dass wir von den Medien verdummt werden und in Trance versetzt werden von tanzenden Mädchen in Unterwäsche, deshalb stecke ich ein paar Probleme zwischen diese Brüste um das Publikum zum Denken zu bringen.
Wie entwickelst du deine Ideen?
Wenn ich etwas sehe, das mir nicht gefällt, dann setze ich mich hin und hinterfrage es, und schaue es mir genau an, bevor ich mir ein Design dazu überlege. Dann muss ich meine Designs ja auch machen lassen, was immer relativ schwierig ist, weil ich ganz traditionelle Goldschmiedetechniken verwende und die Details müssen sehr präzise sein. Oder der Sinn geht verloren. Es ist ein Kampf zwischen zeitgenössischer Kunst und traditioneller Handwerkskunst.
Hilft es M.I.A.s Schwester zu sein?
Vielleicht hätte ich meine berühmte Schwester ausnutzen sollen, aber habe ich nicht gemacht. Ich habe niemanden bei der London oder Paris Fashion Week erzählt, dass meine Schwester M.I.A. ist. Vielleicht hätte ich es machen sollen, dann hätte ich vielleicht einen New Gen Award nach meiner ersten Kollektion bekommen. Ich glaube nicht, dass es der Glaubwürdigkeit von Kunstwerken hilft, wenn sie neben Prominenten kleben.
Jede Kollektion wurde anders fotografiert.
Ich versuche jedesmal die Message der Kollektion zu bewahren. Ich benutze keine Models oder Stylisten oder lasse die Haare machen. Ich mache einfach low-budget Fotos von realen, normalen Leuten. Ich finde es aufregend. Sowas erzählt die Geschichte meiner Stücke weiter. Die Fotografen mit denen ich zusammen arbeite, lieben diese Ideen. Wahrscheinlich ist es für die auch erfrischend mal echte Leute zu fotografieren, nicht noch eine Band oder irgendein trotteliges Model.
Unser Model ist nicht trottelig. Danke!
FOTOGRAF: DANIEL BENSON
STYLING: ALDENE JOHNSON
TEXT: MADELEINE DAVENPORT
MODEL: KAYA @ FM AGENCY
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