Dortmund – Faustplakat

Immer schön auf die Fresse. So macht man das heutzutage. Das wissen wir schon lange. Und das Schauspielhaus in Dortmund anscheinend auch. Denn als es um die Plakatgestaltung für die neue Faust-Inszenierung ging, entschied sich das Haus für ein Photo aus unserer DOs and DON’Ts Rubrik. Lange haben sich die Intendanten und Regisseure Gedanken gemacht, welches Motiv denn wohl treffendsten wäre. Faust…Schlagen…Blut…Nasenfraktur. Und so wurde es ein Photo aus der Verdad Issue. Ein heruntergekommener Typ, im Gesicht mit Blut besudelt, vermutlich besoffen und orientierungslos, wirbt in der Dortmunder Innenstadt für die Inszenierung des Goethe-Stückes.

Das Ziel der Kampagne: Provokation. Und es hat funktioniert, die Dortmunder Passanten beschweren sich. Die allgemeine Stimmung ist jedenfalls nicht die beste. Wenn die Umfragen stimmen, die in Dortmunder Tageszeitungen veröffentlicht werden, hat das Theater durch diese Aktion bereits im Vorfeld Besucher verloren.

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Aber das macht nichts, ins Theater will ja sowieso keiner mehr gehen. Und wenn sich sogar die Frankfurter Allgemeine Zeitung darüber echauffiert, kann es wirklich nicht so besonders sein. Damit die jungen, ungebildeten Kinder wieder den Weg zurück in die Theaterhallen finden, bedient man sich eben einfach ihrer Bildsprache. Gewalt! Tja und dann heißt es entscheiden, entweder eine 20 Euro Eintrittskarte für eine mittelmäßige Faustinszenierung oder lieber noch ein Tütchen Crack. Wir empfehlen: Tütchen Crack kaufen, vor das Plakat setzen und Besten noch irgendjemanden verprügeln. Goethe ist heute noch genauso aktuell wie damals.

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