Musikreviews

Hier sind unsere Reviews zu HANIN ELIAS, THE TURBO A.C.’S, ATMOSPHERE und THE MORNING AFTER GIRLS.

HANIN ELIAS
Get It back
Rustblade

Videos by VICE

Atari-Teenage-Riot Mitgründerin Hanin Elias hat (offenbar) zehn oder zwanzig Jahre in Polonesien verbracht, ist jetzt wieder da und glaubt, sie könne ignorieren, dass die Neunziger vorbei sind und damit durchkommen. Klappt bei anderen ja auch. Rausgekommen ist eine unfreiwillige Always-Outnumbered-Parodie, irgendwie ganz unterhaltsam, aber zu alt und zu gewollt, um irgendwen noch wirklich aufzuregen.

JANEINJAV

THE TURBO A.C.’S
Kill Everyone
Concrete Jungle Records

In ein paar Jahren werden wir alle mit Metan-betriebenen Roboterautos durch die Luft fliegen, die letzten Vorkommen von Motoröl dürften dann in Altertumsmuseen zu finden sein und wir werden uns fragen, wie es möglich sein konnte, dass „Rockbands“ „Songs“ über „Roadtrips“ durch die „USA“ aufnahmen. Oh Mann, lasst es uns genießen, so lange es geht.

ÖKO FRESH

ATMOSPHERE
The Family Sign
Rhymesayers

Auf Atmosphere-Alben befand sich früher oft gutes Material für Mixtapes junger, sensibler Nerds, die zwischen Radiohead und Steve Reich auch mal ihre Lässigkeit beweisen wollten. Oder zumindest das, was sie dafür halten. Mittlerweile befindet sich ausreichend Material darauf, um es in irgendeiner MOR-Rotation laufen zu lassen und dabei die Frage aufzuwerfen, ob Everlast wieder aus der Versenkung aufgetaucht ist und warum er plötzlich so klingt als hätte ihm jemand Yogitee in seine Testosteronsuppe gemischt.

COMING OF H

THE MORNING AFTER GIRLS
Alone
Xemu/Cargo Records

Diese australischen Jungs haben angeblich vor sechs Jahren schon mal ein Album herausgebracht. Ich hab trotzdem noch nie von dieser Band gehört, und ich bin mir auch nicht sicher, ob wirklich irgendjemand auf diesem Planeten auf den Nachfolger des Debüts gewartet hat. Schon klar, das ist alles solider Rock, ein bisschen psychedelisch hier, immer schön verzerrt dort, und hohe Kunst ist es sicher auch, wurde schließlich in einer Kirche aufgenommen. Wie Arcade Fire damals. Nur halt nicht in Kanada, sondern im Outback. Und ohne eigene Ideen.

THE DAY BEFORE

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