Musikreviews

Hier sind unsere Musikreviews zu No Surrender, Chad Valley, Alpinist und Integrity.

CHAD VALLEY
Equatorial Ultravox
Loose Lips Records / Cooperative Music

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Im Begleitschreiben wird der Begriff „balearic“ verwendet, und auch auf der Platte wird ordentlich viel zu WahWah-Elektronik in den Vocoder gejault. Als würde Nick Kamen auf LSD 80er-Jahre-Fahrstulmuzak produzieren wollen. Stellenweise lässt sich ein gewisses Verwandtschaftsbedürfnis zur „Bilingual“-Phase der Pet Shop Boys erahnen, aber an deren musikalischen Kulissenschieberei-Größenwahn kommen weder Chad noch Valley heran.

VEGANA BONITA

NO SURRENDER
Medicine Babies
ZerOKilled Music

No Surrender sind eine Band aus dem New Yorker „Underground“. Bis heute assoziiert man damit die atemberaubende Drogen- und Partyszene der späten 70er, in der Andy Warhol, Lou Reed, Liz Taylor und der Polizeichef gemeinsam Kokainexzesse im Studio 54 abhielten, um anschließend ungeschützten Geschlechtsverkehr zu haben. Und heute? Nun, bei meinem letzten Besuch in New York musste ich zwei Nächte in U-Haft verbringen, weil ich einen Sticker auf ein Verkehrsschild geklebt hatte. Ich war der einzige Weiße in der Zelle, Latinos nahmen mir mein Toastbrot weg und ließen mich auf dem Boden schlafen. Und dann haben sie mich nicht mal vergewaltigt. Lame.

GRAF BERNHARD VON STÖCKEL

ALPINIST
Lichtlaerm/Minus.Mensch
Southern Lord/Soulfood

Es gibt diesen eigenartigen Trend bei angloamerikanischen oder skandinavischen Gitarrenbands, ihre Platten mit deutsch klingenden Phantasiewörtern zu betiteln, weil das irgendwie so nietzscheanisch-tiefsinnig oder wahlweise auch faschistoid-gruselig klingt. Richtig komisch wird es aber erst, wenn, wie hier, deutsche Bands auf diesen Zug aufspringen. Weil Alpinist aus Münster aber natürlich keineswegs eklig deutschtümelnd, sondern auf ideologisch einwandfreier Anti-Alles-Linie sind und außerdem ansehnlichen Crustcore-Punk mit guten Ideen machen, hacken wir mal nicht weiter darauf herum.

DER PATE

INTEGRITY
The DestroyORR
Holy Terror

Den Namen verdankt dieses neue Integrity-Album der Tatsache, dass der neue Gitarrist Rob Orr sein Instrument bedient wie eine Abrissbirne. Einen derart klassischen, Metal-preisenden, keine Widerworte duldenden und filigranen Gitarrensound hat man definitiv selten aus der Hass-röchelnden Kakophonie dieser Band heraushören dürfen. Davon abgesehen fächert Dwid sein abseitiges Repertoire einmal komplett auf und reiht Noise-Kauderwelsch an Neofolk-Ausflüge, um das ganze zwischendurch aber immer wieder in ureigener Diktion eines waidwunden Grizzlybären in die Annalen des längst über die sicheren Grenzen von Hardcore hinaus geschossenen Todesgeprügels hinein zu kotzen.

KING ARZZTHOMOTH

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