Känguru-Hoden-Schnitzel

Es gab Zeiten, da hab ich wie ein Falter Leser gegen alle möglichen Reality TV-Formate mit Argumenten wie „Das ist doch Menschenverachtend“ oder dem Adorno-Klassiker „Nach dem Schauen bin ich blöder als zuvor“ argumentiert. Doch dann wurde ich ins Berufsleben getreten und seither gibt es nichts Schöneres als nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause zu kommen und während des Verzehrs meines Chefmenüs mit Molti, Spotzl, Pichla und dem anderen Idioten, dessen Namen ich immer vergesse, durch die Nächte zu ziehen. Fast genauso entspannend ist es, Hans aus Hamburg in seiner Wohnung am Hafen zu besuchen und ihm beim Perfekten Dinner zuzuschauen, wie er Löwenzahnsalat zubereitet, während ich mein Fertiggericht in mich hineinwürge.

Die unangefochtene Königin der Reality Formate ist aber das Dschungelcamp. Innerhalb eines Jahres war ich so süchtig, dass ich mich letztes Jahr sogar mit Computer im Zimmer eingeschlossen habe, als meine Freundin ihren 30. Geburtstag feierte, nur um ja nicht zu versäumen, wie der Ochsenknechtbastard durch einen Aquarium voller Krokodilscheiße waten musste, und dabei immer noch ein Lächeln im Gesicht trug.

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Am Freitag ist es wieder so weit, und mit Helmut Berger zieht es auch endlich wieder einen Österreicher in den Australischen Dschungel, was auch für die ersten genialen Schlagzeilen sorgt: 

Ein ganz schlimmer Finger!

Berger begrabscht Katzenberger-Mutti

Nach Alk-Skandal & Radau fasst Helmut Iris Klein an ihren großen Busen

Helmut Berger ist natürlich eine großartige Wahl, aber ich behaupte, es ginge noch besser. Hier meine drei Wunschkandidaten für den Dschungel:

Stefan Petzner

Wir wissen alle, dass es ab Herbst kein BZÖ mehr geben wird. Und die Chancen NACH der Wahl noch bei Stronach unterzukommen, stehen ausgesprochen schlecht. Also was bleibt? Niemand wird hier ernsthaft Monaco oder Privatwirtschaft antworten. Die einzige realistische Option ist Entertainer. Und das kann er ja gut!

Wahrscheinlichkeitsfaktor:

Obwohl Stefan bekanntlich ein Freund der Bräune ist und in Australien auch ab und zu die Sonne scheint, ist es doch recht unwahrscheinlich, dass er schon 2014 im Dschungel antritt. Aber so wie es um die Wirtschaft heutzutage bestellt ist, scheint ein sicheres Einkommen verlockend genug: 65%, aber erst 2015.

Dschungelkönigfaktor:

Auch wenn ich mir gut vorstellen kann, dass Stefan schon einige eher grausliche Dinge in den Mund genommen hat und auch beim Publikum gut ankommt, bezweifle ich sein Durchhaltevermögen: 20%

Rainer Schönfelder

Rainer Schönfelder gewinnt in meiner “Skifahrer, die ich absolut verabscheue”-Olympiade die Silbermedailie, aber nur, weil er kein ganz so großes Arschloch ist wie Patrick – ich hab keine Ahnung, wer diese Frau ohne Slip ist, die in der Tiefgarage aus meinem Auto geflogen ist, ist – Ortlieb. Ich kann den Moment einfach nicht erwarten, Rasta-Rainer im Dschungel an Kangoroo-Hoden herumkauen zu sehen. Don’t worry, sky happy.

Wahrscheinlichkeitsfaktor:

Zum Glück hatte Markus Rogan nicht recht und zu einem guten Skifahrer gehört etwas mehr als ein Vollidiot zu sein. Also mit der Skikarriere ist es definitiv vorbei. Und vom Dancing Star zum Dschungelkämpfer ist der Weg nicht allzu weit: 80%.

Dschungelkönigfaktor:

Es würde keine drei Tage dauern, bis Rainer die acht magischen Worte ausspricht. Natürlich nur, weil er den – hier irgendeine absurde Begründung einsetzten – so vermisst, aber nicht, weil er eine Pussy ist: 0%.

Die Eislady

Mit Dagobert wurde heuer der Anfang gemacht, was in ein paar Jahren folgen wird ist ein Dschungelcamp extra hart – Nur verurteilte Verbrecher. Ich prophezeie einen vierzehntägigen Kampf, bei dem nur die Härtesten der Harten mitmachen: der Kannibale von Rotenburg, Fritzl, die bis dahin gefassten Mitglieder der NSU und ein paar wirklich kriminelle Steuerhinterzieher (das Härteste, was die Schweiz zu bieten hat). Das tatsächliche Highlight wird aber die Eislady sein.

Wahrscheinlichkeitsfaktor:

Diese Sendung wird schon alleine aus recht offensichtlichen Gründen die nächsten 20 Jahre nicht möglich sein. Ich könnte jetzt schreiben: Und aus moralischen Gründen nie. Aber hey…: 5%.

Dschungelkönigfaktor:

Wir müssen nicht lange drüber diskutieren. Die Eislady ist die härteste Kämpferin der Welt: 100%.

Donnerstag:

Wir haben ziemlich viel Liebe für John Waters. In traurigen Stunden hören wir oft Shoot Your Shot und stellen uns vor, dass John Waters mindestens genau so viel Liebe für uns hat. Ein guter Anlass um uns selbst und euch an diese Liebe zu erinnern, ist die John Waters Nacht heute Abend im Gartenbaukino.

Freitag:

Wir haben wirklich ein wenig länger gebraucht um zu begreifen, dass die Abkürzung von The Love Movement ja auch TLM ist. Jetzt sind wir wieder auf der Höhe und im Roxy gibt’s schon zum zweiten mal House, Disco, Boogaloo. Anna Leiser als Gast und Ella & Derreck Forreal als Residents. Spitzenmäßig. Oder Gürtel. Im Loft gibt’s heute die Afromullets mit dem überguten Nvie MOTHO. Oder Option 2 Trap Vienna in der Auslage mit Herbert Prohaska.

Samstag:

Ok, während gestern alles recht eindeutig war, habt ihr Samstag die Auswahl. Tingel Tnagel spielen im Morisson, in der Sauna gibt’s Strom Club im gemeinsamen Auftrag mit Bubble Club und dem Faux Fox Magazin. Alle drei haben sich zusammen Amine Edge eingeladen, der zwar Franzose ist, aber trotzdem ziemlich guten G-House (wie in G-Funk) spielt. Zietgleich macht der Myyy Bitch Club in der Fluc Wanne zum allerletzten Mal ein Fass auf. 1×2 Tickets für den Strom Club gibt’s per Mail an win@vice.at mit dem Betreff “G-House”.


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