Kunst finde ich ganz okay. Vor allem wenn ich den Sonntag mal nicht mit Kopfweh und Brechreiz verbringe, bringt ein Besuch im Museum nicht nur Zeitvertreib, sondern auch ein besseres Gewissen: „Jetzt hab ich mal was für meinen Intellekt getan“ und so. Sei es auch nur darum, die ein-Kind-Bobo-Familien in freier Wildbahn zu beobachten. Lieber gehe ich da aber trotzdem Snowboarden, umgeben von der ländlichen zwei-Kind-Familien-Idylle, wo Mama noch Hausfrau ist und Papa das Geld nach Hause bringt. Und natürlich mit den anderen Kindern wohlverdienender Eltern, die auch in der Studentenzeit soweit gesponsert werden, dass sie sich Lift-Tages-Pässe um 50 Euro leisten können.
Nachdem Skiurlaube aber meistens daraus bestehen sich ein bis zweimal die Piste runterzumühen um sich schließlich endlich in der Hütte zu den, meiner Meinung nach, absoluten Party-Klassikern wie „Ich hab ne Zwiebel auf dem Kopf, ich bin ein Döner“ oder „Das rote Pferd“ die Kante zu geben, könnte man es auch mal anders versuchen. Nämlich damit, sich nach der sportlichen Betätigung noch der Kunst hinzugeben. Das klingt jetzt zwar nicht so supergeil wie in einer Polonnaise durch die Hütte zu wanken, aber nach einem Blick auf ein paar der ausgestellten Werke bin ich doch überzeugt, dass das was kann.
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Vom 4. bis 12. Februar schießen bei Art on Snow im Gasteinertal die Ausstellungen aus dem Schneeboden und sie haben alle, eh klar, einen Bezug zum Wintersport. Unter den ausstellenden Künstlern befinden sich unter anderem LOSLOHBROS, Zozoville und ARSVIVENDA. Von Photographie über Graffiti bis hin zur Malerei ist alles vertreten was schön und gut ist und sich mit Schnee und Bergen verbinden lässt. Am ersten Tag gibt es außerdem ein Kunstbattle mit anschließender Party. Ich befürchte zwar, dass statt Hüttenmix Volume 43 tatsächlich gute Musik aufgelegt wird, aber das ist zur Abwechslung vielleicht auch mal gut so. Wenn ihr nicht nur zuschauen wollt wie Leute mit tatsächlicher Begabung supergute Photos oder Videos präsentieren, geben sie euch bei Workshops ein bisschen von ihrem Genie ab. Ob ihr es danach tatsächlich drauf habt und nächstes Jahr auch ausstellen dürft liegt dann in euren, hoffentlich nicht zu patscherten, Händen. Es stehen im ganzen Gasteinertal übrigens auch Eisskulpturen rum, ich rate euch diese im Rausch abzulecken, das bringt mindestens eine gute Skiurlaubstory, vielleicht sogar mit Happy End.
Also schwingt eure vom vielen Lernen zum Semesterende geschädigten Hirne (und aufgequollenen Hintern) nach Gastein und lasst euch von Schnee und Kunst berieseln (der musste sein). Alle weiteren Infos zu Art on Snow findet ihr hier und wer ganz fleißig ist kann auch noch die dazugehörige Facebook-Seite liken.
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