Berlin – JR Ewing

Als wir die norwegische Hardcore-Band JR Ewing vor einem Jahr das letzte Mal trafen, dachten wir, es würde ewig so weitergehen. Doch jetzt hat die Band leider beschlossen, sich aufzulösen. Und weil wir das wussten, haben wir uns mit ihnen Donnerstag auf ihrer allerletzten Tour im Magnet Club in Berlin getroffen, um Schmerz mit Schmerz zu bekämpfen. Sänger Andreas Tylden hatte zwar Dennis Lyxzén’s alte Refused Perücke aus den Hardcore-Memorabilien gekramt, doch die Band gab uns all das, wofür sich die blutigen Nasen und gerissenen Stimmbänder in den letzten Jahren gelohnt haben.

Und weil alle anderen auch wussten, dass dies die letzte Gelegenheit war, ging es vom ersten Song an so richtig zur Sache. Diverse Leute flogen durch die Gegend, unter anderem auch die halbe Band. Andreas Tylden teilte seine Vocals und umarmte die Fans auf der Bühne bevor sie in den Moshpit sprangen. Als Gitarrist Erlend Mokkelbosts Mikroständer dann irgendwann auf unsere Schädel schlug und Tylden auf dem Boden lag, machte so ein irrer Mosher mit einer ziemlich großen Fresse vor der Bühne einfach weiter. Es gab Hardcore aus ihren frühen Tagen und Rock’n’Roll von ihrem letzten Album „Maelstrom”, bis sich der Club in ein einziges Schweißbad verwandelt hatte. Die guten alten Zeiten sind wohl vorbei, aber wir bleiben für immer Fans.

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