Anzeige
Sehr wichtige Internetvideos

Manuellsens 'Germania'-Folge bricht einem das Herz

'Germania' erzählt die Geschichten von migrantischen deutschen Künstlerinnen und Künstlern. Mal lustig, mal bedrückend wie die neueste Folge mit Manuellsen, in der er von seinen Rassismuserfahrungen von Kindesalter an erzählt.

von Claire Braun
17 Januar 2019, 12:20pm

Foto: Screenshot von YouTube aus dem Video "Manuellsen | GERMANIA" von GERMANIA

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der Zürcher Redaktion.

Wenn es um Manuellsen geht, spricht viele weniger über seine Musik als über seine unbestreitbaren Storyteller-Fähigkeiten, die er gerne in Interviews zeigt. Ob nun die legendäre Café-Full-Story oder der Nachbarschaftsstreit – der Rapper aus dem Ruhrpott sorgt für reines Entertainment. In der neuen Ausgabe von Germania erinnert er jedoch daran, dass sein Leben keine Aneinanderreihung von lustigen Geschichten ist, sondern leider auch von Rassismus geprägt war.

Im Interview mit dem öffentlich-rechtlichen YouTube-Channel erzählt der Rapper mit ruhiger Stimme von Diskriminierung und Hass, womit er seit seiner Kindheit konfrontiert wird. "Mit dem Schwarzen Kind kommen Sie nicht in den Bus", habe der Fahrer etwa mal zu seiner Mutter gesagt, als er noch im Kinderwagen saß. Eltern seiner Mitschüler hätten zudem später Unterschriften gesammelt, weil sie ihre Kinder nicht mit einem Schwarzen Kind auf Klassenfahrt schicken wollten.


Noisey-Video – Wirklich wichtige Fragen an Schweizer Rapper: Ist die Schweiz rassistisch?


Die Diskriminierung zieht sich für Manuellsen bis in die Gegenwart. "In der Rapszene in Deutschland wurde ich ganz offensichtlich und nonchalant beleidigt und diskriminiert aufgrund meiner Hautfarbe und meiner Herkunft." Und niemand mache was dagegen.

Früher hätten Weiße ihre Schwarzen Mitmenschen mit dem N-Wort angesprochen, um respektlos und beleidigend zu sein, erklärt Manuellsen. "Damit das Wort keine Power mehr hat, haben die Schwarzen untereinander angefangen, sich das zuzuschmeißen." So habe das Wort eine neue Bedeutung erhalten. Warum das Weiße niemals sagen dürfen, solle "jeder normal denkende Mensch verstehen". "Deshalb lasse ich mich von einem Weissen nicht N**** nennen."

In den letzten Monaten haben zahlreiche Musiker und Musikerinnen mit dem Hashtag #sagfuckzurassismus und der #UnfollowMe-Aktion ein Zeichen gesetzt. Was auch – oder gerade – heute noch nötig ist.

**

Mehr zum Thema:

Folgt Noisey Deutschland auf Facebook, Instagram und Snapchat.

Folgt Noisey Austria auf Facebook, Instagram und Twitter.

Folgt Noisey Schweiz auf Facebook, Instagram und Spotify.