Identity Crisis

The Identity Crisis Issue ist da. Diese Ausgabe ist unser Schlag ins Gesicht von 2012, mit all den Theorien über einen neuen Anfang, ein neues Zeitalter und dem hippiesken Gerede darüber, dass die Menschheit endlich aufwachen wird und raffen wird, was alles schief läuft. Die Welt wird zwar nicht untergehen, aber denkt ihr wirklich, dass wir jetzt schon bereit sind wie Phönix aus der Asche der abwesenden Vorbilder, Identifikationsfiguren und verwirrten Vorfahren aufzusteigen?

Andy Kania hat das Cover unserer aktuellen Ausgabe geschossen und normalerweise ist er auf den Straßen Leipzigs, Berlins oder New Yorks anzutreffen, wo er der klassischen Hochglanzmagazinfotografie kontra gibt: Anstatt geschminkter Stars porträtiert er ungeschminkte Archetypen der Gesellschaft. Obdachlose, Kiezkönige, Prolls, Säufer. Kania will in seinen Arbeiten dem Menschen und seinen Verhaltensmustern begegnen, wie er lebt, liebt und sein Ego zelebriert: von einsam, rauchend über nachdenklich bis angeberisch. Auf seinen Fotos wirken die anonymen Modelle irgendwie seltsam vertraut, beinahe familiär. Seine Freaks werden zu unseren, zu den Randfiguren und ewigen Begleitern des Mainstreams, die diesen Weg nicht gehen wollen oder können. Man könnte sich fragen: Was ist denn hier nur los und wie konnte es dazu kommen? Tiefe Risse im Chic der Träume unserer Lebensläufe … Aber jetzt mal die Mutti-Moral vergessen—alles ganz normal hier.

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Fotos von Andy Kania / ladenfuernichts.com

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