Das "Unreal Tournament Kid" ist wieder da und hat einen Realtalk-Track gedroppt

"Der echte Gangster" hat wirklich einen Song namens "Was willst du tun" veröffentlicht. Was für eine Zeit.

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07 November 2017, 1:46pm

Fotos: Screenshots via YouTube aus den Videos "WAS WILLST DU TUN (prod. Hercules Beatz)" von Hercules Beatz & "UT-Kid am Durchdrehen" von Bavarian Dreams

Die Szenen haben sich für immer eingebrannt: ein pausbäckiger Junge, der voller Wut seinen Röhrenmonitor mit "Ich will Unreal Tournament spielen!" anschreit. Ja, das "Unreal Tournament Kid" war 2004 das wohl eines der ersten deutschen viralen Videos überhaupt. YouTube? Gab es noch nicht. Damals wurden solche Clips noch nicht einmal unbedingt über einen Browserlink geteilt, sondern eher auf LAN-Partys rübergeschoben (neben MP3s, Filmen ... und anderen "Filmen"). Zusammen mit dem Video "Der echte Gangster" machte Slikk damals schon vor, wie bescheuerte Real-Life-Parodie im Zeitalter des Internets geht.

Seitdem ist verdammt viel Zeit und technische Entwicklung ins Land gegangen. Inzwischen hat jeder DSL und ein Smartphone, soziale Netzwerke wie MySpace kamen und gingen und YouTube ist schon lange die größte Videoplattform der Welt. Und der echte Gangster? Der hat sich im Oktober einfach mal als Hercules Beatz mit einem komplett neuen Track zurückgemeldet. Natürlich heißt der: "Was willst du tun".

Allerdings hätten wir ihn niemals wiedererkannt. Aus dem kleinen Jungen von damals, der Gangster-Klischees parodierte, ist ein 26-jähriger Kollegah-Klon geworden – also rein optisch. Raptechnisch kann man das zwar noch niemandem guten Gewissens empfehlen, dafür gibt es inhaltlich jetzt von Hercules mal Realtalk. So rappt er auf seinem selbst produzierten Beat, wie er dank seiner Videos schon als 14-Jähriger 3000€ auf dem Konto hatte, dafür jedoch einen hohen Preis zahlen musste: "Hab viel Scheiße gebaut, wollte in Ruhe gelassen werden, hab mein Äußeres verändert, sodass sie mich nicht mehr nerven." Also ab in die Fitte, rein in die Bomberjacke und was mit dem Leben gemacht. So wurde über die Jahre aus dem vermeintlich leichten Mobbingopfer ein Zwei-Meter-Typ, mit dem man sich besser nicht so schnell anlegt.

Warum er seine "Echter Gangster"-Vergangenheit aber kein bisschen bereut, erklärt er in der Videobeschreibung:

"Ohne das Gefühl eine Lachnummer zu sein den und täglichen Psychoterror, hätte ich mir vielleicht nie solche Mühe in allem gegeben und wär vielleicht genau so ein Penner der im Internet hatet und Chips frisst und zockt." [sic!]

In einem anderen Video ruft er Rapper (die so "aggressiv und asozial" klingen wie Omik K, Bushido oder Kollegah) und Sängerinnen (mit lieblicher Stimme wie Ariana Grande) dazu auf, ihn doch mal zu kontaktieren, um gemeinsam was zu starten. Ziel: nicht weniger als Top-10 in den Charts. Na dann.

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