Musikreviews

Hier sind unsere Reviews zu Fink, Young Rebel Set, Alexander und White Denim.

FINK
Perfect Darkness
Ninja Tune/Rough Trade

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Fin Greenall gibt inzwischen ja den einfühlsamen Songwriter, hat aus seiner Zeit als Club-DJ aber noch den ein oder anderen Produzententrick auf Lager. So kommt er auf „Warm Shadow“ plötzlich mit so einer hintergründig wummernden Bassdrum um die Ecke, dass ich beim ersten Hören die Bullen anrief, weil ich dachte, mein Nachbar hätte wieder sein allmorgendliches Stampftechno-Lärmbelästigungsinferno gestartet. Weil der Typ tatsächlich so dumm war, die Tür mit einem Joint im Mundwinkel zu öffnen, haben sie ihn dann trotzdem mitgenommen. Für so viel Weitsicht kriegt das Album natürlich einen Bonuspunkt.

COBRA 12

YOUNG REBEL SET
Curse Our Love
Grand Hotel van Cleef/Indigo/Finetunes

Young Rebel Set aus Nordengland sind, Achtung Zitat, „das Konzert-Phänomen des Jahres“. Da muss ich mal wieder irgendwo anders gewesen sein. Angeblich waren die Konzerte so sensationell, dass sich die dort gespielten Songs in die Hirne der Fans gebrannt haben. Und obwohl ich von diesen Musikern bis heute noch nie etwas gehört hatte, musste ich beim Durchhören der Platte mit Grauen feststellen, dass ihnen genau das mit ihrem Gassenhauer „If I Was“ tatsächlich auch schon bei mir gelungen war. Und dafür hasse ich diese Band. Ich verlange ein neues Hirn.

BRAINDETLEF

ALEXANDER
Alexander
Rough Trade Records/Beggars Group/Indigo

Der Künstler Alexander Ebert lässt uns wissen, dass er beim Aufnehmen von Songs nackt herum rennt, merkwürdige Dinge isst, schreit und tanzt und noch viele Dinge mehr macht, die er nicht vor anderen Leuten tun würde. Da drängt sich die Frage auf, warum er sich denn dann traut, solche Musik vor anderen Menschen zu spielen. Denn im Vergleich zu dieser Ansammlung von furchtbaren Banalitäten können all die anderen Dinge so schlimm gar nicht sein.

ALEXANDER EBERT STIFTUNG

WHITE DENIM
D
Downtown

White Denim wissen, wie man eine Party feiert. Damit meine ich, dass sie wissen, wie man alle Wertsachen in einem abgeschlossenen Schlafzimmer verstaut, sowie Mülleimer und Aschenbecher gleichmäßig in dem mit Schutzfolie ausgelegten Partyraum verteilt. Sie sind in diesem Sinne sehr partybewusst. Sie machen auch immer noch wuchtigen texanischen Psych-Rock, wenngleich ihre Sachen irgendwie aufregender klangen, bevor Tale Impala auftauchten. Bestand ihr 2009er-Albums Fits noch zur Hälfte aus aalartigem Gezappel und zur Hälfte aus narkotischem Stumpfsinn, setzt D ganz auf Konsistenz: Eine Midtempo-Psych-Reise in Sepiafarben. Damit sind sie offiziell die erste Blog-Hype-Band von 2008, die erwachsen geworden ist.

JOHNNY NOSEBLEED

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