Musikreviews

Hier sind unsere Reviews zu Washed Out, Gomez, U.S. Christmas und Ausser Ich.

WASHED OUT
Within And Without
Domino

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Das hier klingt, als ob die Klassenbesten der Dreampop-Akademie zum Thema “No-Surf-Ästhetik oder Brian Wilsons Einfluss auf ostdeutsche Zensurbehörden” gebrainstormt hätten – also genauso konfus wie öde. Nur ein Song, der vierte nämlich, ist gelungen: Selten hat dir jemand mit einer als Liebeslied getarnten Schmerzballade derart graziös in die Eier getreten! Der Rest ist leider bloß: The right way to do wrong.

GLENN FIDDICH

GOMEZ
Whatever’s On Your Mind
Eat Sleep Records / Rough Trade

Penetrant fröhliche Menschen machen Konsensmusik ohne nennenswertes Überraschungspotential. Mit Saxophon. Und Streichern. („Meinten Sie: SWR3-NewPop-Festival?“) Zum Abschluss noch das Killer-Argument: so was kann Robbie Williams echt besser.

GARGAMEL MANSON

U.S. CHRISTMAS
The Valley Path
Neurot/Cargo

Es ist immer wieder faszinierend, für welch eigenartige Ideen sich Menschen begeistern können, wenn sie die falschen Drogen genommen haben. Im Genre des Psychedelic Rock, wo die Devise seit jeher lautet, alles in sich reinzustopfen, was in irgendeinen Körpereingang passt und anschließend eine Gitarre in die Hand zu nehmen, ist dieses Phänomen besonders ausgeprägt. Was immer uns USX mit diesem Album, das aus nur einem 39minütigen Song besteht, mitteilen möchten, wir bezweifeln, dass irgendjemand es verstehen kann. Aber die Band selbst ist sicher immer noch unglaublich geflasht von diesem einen Moment, als der Bassist plötzlich statt einem „E“ ein „F“ gespielt hat.

BONG KLA-RA

AUSSER ICH
Von Vornherein Schade
Tumbleweed/Broken Silence

Am Computer wird der Titel der CD als „Von Vornherein Scheiße“ angezeigt. So wird es wohl auch sein, dachte ich, wurde dann aber angenehm überrascht: Im Vergleich mit anderen deutschen Punkbands offenbaren außer ich fast schon lyrische Qualitäten. Zeilen wie: „Atlantikküste/wenn ich das schon höre/halt deine Fresse…“ oder der Song „Ich glaube, ich habe in die Hosen gepisst“ sind literarische Perlen, wie man sie in dem Genre lange nicht mehr erlebt hat. Die Musik ist natürlich trotzdem von vornherein scheiße. Aber vielleicht sollten die Jungs mal über einen Gedichtband nachdenken.

PAUL BREITNER

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