Heiliger Scheiss, darauf hat die Welt gewartet: Die New Kids on the Block (NKOTB) haben für Mai 2013 eine gemeinsame Tour mit BoyzⅡMen und 98 Degrees angekündigt. Name of the game: The Package. Ob jetzt nach „The Package – Die Killer-Brigade“ oder eher gemäss „The Package – Das Pendant zur Kimme“ benannt ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Die Neuigkeiten liefern trotzdem Anlass genug, ein kleines Recap der Blütezeit bubiesquer Sangesbrüder zu starten.
An sich ist die Rückkehr gestrandeter Musiker ins Showbusiness ja nichts Neues. Wenn es sich dabei um die Mutter aller Boybands handelt, geht es aber kaum nur um ein musikalisches Aufbegehren ehemaliger Quotenbringer. Das Phänomen Boyband zehrt seinen Lebenssaft aus Kleinmädchen-Fantasien. Immer schon. Zur Erfüllung der unheiligen Liaison setzt der heilige Gral des Milchfressen-Vereins in der Regel auf drei bis fünf Typen, die alle irgendwie anders, aber simultan steuerbar sind. Die Auftritte sind geprägt von möglichst affigen Kostümen, Power-Posen und synchronisierten Moves. Davor wird noch eine Platte aufgenommen, die vor „everlasting love“ nur so strotzt. Wenn man den grosszügig ausgehändigten Platinscheiben Glauben schenkt, geht die Strategie auf.
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Die ehemaligen Buben haben noch weit mehr als Schotter und Mädchensabber in ihrer Agenda zu verzeichnen. Neben der öffentlichen Verführung Minderjähriger standen obszöne Fashion Showcases und mal mehr, mal weniger bewusst vorgeführte Polit-Initiativen auf dem Plan. Das englisch-niederländisch Singsang-Konglomerat Caught in the Act geht als aktiver Verfechter der Bauchfrei-Mode für den Mann in die Bücher ein. Was CITA für den (gepiercten) Männernabel versuchte, hatte East 17 mit Kopfbedeckungen im Sinn. Bildlich gesprochen: Missbrauch hautenger Tops, um Sixpacks und Nabelringe zur Schau zu stellen und der exzessive Gebrauch von Mützen mit dem Charme erlegter Gummis und überdimensionierter Trichtercaps. Worlds Apart offenbarte mit regelmässigem Mitglieder-Roulette unterschwellige Integrationsbestrebungen und BoyzⅡMen lieferten den nach Chartsmassstab erfolgreichsten Beitrag zur Ethno-Quote in diesem „Boys-Only“-Game der 90er. Take That darf man für einige Jahre Schlagzeilen-Hagel und – Robbie Williams im Besonderen – für zahlreiche blankgezogene Weissbrotärsche danken. Von 98 Degrees ist irgendwie bloss Nick Lacheys Visage hängengeblieben. Die gut dokumentierte Klo-Hysterie seiner Ex und die folgenden eindringlichen Gespräche über Fäkal Odeur flimmerten schliesslich ein paar Jahre nach dem Band-Aus auf prominentem Sendeplatz bei MTV. Und man kommt schlichtweg nicht umhin, JTs oxidiertes Schamhaar-Haupt zu erwähnen, ohne das die Welt N`Sync vielleicht nie kennengelernt hätte.
Die Hysterie um Hinterhof Jungs und Konsorten hinterliess ein Schlachtfeld gebrochener Teenie-Seelen und so manch therapiebedürftige Jungfrau, die heute in ihren 30ern steckt.
Weil das den NKOTBSBs dieser Welt so schnurz wie pieps ist, schmettern sie ihr „Package“ kommenden Sommer trotzdem einmal mehr auf die Bühnen des Planeten. Weit weniger synchron, aber mit freiem Geist und Bierseeligkeit könnt ihr eure selbsterdachten Spastiken dieser Tage hier zum Besten geben:
Donnerstag:
Gehen wir entweder direkt ins Longstreet um dem Luki und seinen Freunden beim Lovestreamen zuzuhören, oder wir streamen alleine von daheim aus.
Freitag
Gehen wir ins Kinski, weils “muy bien” ist.
Samstag
Ist schon der zweite Tag 7 Jahre Hive mit entsprechendem Line up.
Sonntag
Geh doch wieder mal ins Museum, zum Beispiel in das hier.
Natürlich verlosen wir Tickets für die genannten Events, einfach eine Mail mit Betreff “I pierced my belly button” an Info@viceland.ch