BERLIN – MINIMIZE TO MAXIMIZE

Minimaler Techno ist schlau, viel schlauer, als die meisten Leute
glauben. Er besteht nicht allein aus GHB und Sperma Stiel. Jeder,der dir erzählt, dass du Minimal Techno nur „checken” kannst, wenn du 10 Stunden durchgefeiert hast, ist behindert und sollte wieder Mark Spoon hören gehen. Einer der gerissensten der Minimal Szene ist Richie Hawtin und sein übercoolisches Label M_Nus. Das Artwork des Labels ist immer makellos, symmetrisch und minimal (wer hätte das gedacht?), und illustriert von seinem Bruder und kultiviertem Künstler Matthew Hawtin.

Das Problem mit M_Nus ist, dass man, wenn man im Laden steht, eigentlich zweimal die gleiche EP kaufen will,weil es zu sehr weh tut, sich vorzustellen, wie die Hülle nach 4 Monaten aussieht: abgerissene Ecken, Fingerabdrücke und andere kleine Malheurs. Dann fängt man an, total hipster-mäßig auszurasten, wenn man feststellt, dass man sich wie ein typischer Berlin-Mitte-Grafik-Designer aufführt, der sich drei Paar Dunks kauft—eins zum anziehen, eins zum aufheben und eins für eBay. Scheiß drauf, die Platte ist zum anhören, nicht zum wichsen. Also kauft man sich nur eine EP und macht 3 Tage später mit seiner Freundin Schluss, weil sie die Platte mit ihren fettigen Dönerhänden angefasst hat. Aber Gott sei Dank erhält man mit der neuen Minimize to Maximize einen limited-edition Abzug, den man an einem sicheren Ort bunkern sollte, für die harten Tage, an denen man nachts nach Hause kommt und die Sexwerbungen auf DSF aufgehört haben zu laufen. Seit neuestem gibt es auch eine Ausstellung von Matthews Werken, die bald um die Welt zieht, und gerade in Berlin’s CC-Room eröffnet wurde.

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