Die kommerzielle Fischerei ist ein uraltes Gewerbe, das geschickt jegliche Barrieren umfschifft, auf die es stößt. Es ist einer der ältesten Berufsstände, der nach der Industrialisierung weitestgehend unversehrt blieb. Und die Fischerei soll jährlich alleine in den USA 90 Milliarden zur Wirtschaft beitragen.
Dass der Mensch die Herrschaft über den Ozean an sich reißen will, hat über die Jahre zu zahlreichen Problemen geführt: Da wäre die omnipräsente Bedrohung der Überfischung oder die globale Erderwärmung, um nur einige zu nennen.
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Die Meeresbewohner lassen sich das nicht mehr länger gefallen und haben sich gewappnet.
Laut Experten sollen die Fische im Meer gelernt haben, der menschlichen Bedrohung besser auszuweichen als ihre Vorfahren. Wissenschaftler sagen, es handle sich um einen evolutionären Wandel, der durch unsere intensive Jagd nach den geschuppten Meerestieren hervorgerufen wurde. Forscher der University of Glasgow befürchten, dass zukünftige Fischpopulationen immer besser darin werden, unseren Netzen und Harpunen auszuweichen.
Dr. Shaun Killen vom Institut für Biodiversität, Tiergesundheit und Vergleichende Medizin der University of Glasgow führte eine Studie durch, die kürzlich in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society B veröffentlicht wurde. Er sagt, eines der oft übersehenen Probleme in der kommerziellen Fischerei sei, dass „der Druck durch das intensive Fischen zu evolutionären Veränderungen bei den Fischen, die nicht gefangen wurden, führen könnte”.
Mit der Studie, für die 43 Fische untersucht wurden, wollten die Wissenschaftler klären, ob manche mit größerer Wahrscheinlichkeit von Schleppnetzen gefangen werden als andere. Dabei wurde auch untersucht, ob das daran liegt, dass manche Fische langsamer schwimmen oder einen schwächeren Stoffwechsel haben.
Tatsächlich entkamen die stärkeren Fische dem Schleppnetz. Dr. Killen sagte zu den University of Glasgow News: „Die Fische, die dem Schleppnetz entkommen, sind die, es schaffen, vor dem Netz her zu schwimmen oder sich um das Netz herum zu bewegen. Die entscheidende Frage lautet, ob die, die entkommen, auf irgendeine Art physiologisch oder vom Verhalten her anders sind, als die gefangenen.”
Die Studie zeigte, dass es einen Unterschied zwischen den „Gewinnern” und den „Verlierern” gab. Die Fische, die eher gefangen wurden, hatten eine geringere anaerobe Kapazität und waren weniger fähig zu intensiver körperlicher Aktivität. Außerdem hatten sie einen langsameren Stoffwechsel.
Kurz zusammengefasst: Jagen und fischen ist ein selektiver Prozess, der zu einem evolutionären Wandel führt. Wie Dr. Killen sagt: „Das kann zu einer genetischen Veränderung bei wilden Populationen im Hinblick auf bestimmte Eigenschaften führen.” Der schnellste, stärkste Fisch überlebte und dessen Nachwuchs wird sehr wahrscheinlich seine überdurchschnittlichen Fähigkeiten erben. Die Ozeane werden mit Horden von perfekten, geschickten Fischen gefüllt sein, die wir immer schwieriger zu fangen bekommen. Und Schuld daran sind wir selbst.
Als nächstes werden die Wissenschaftler Wildfische untersuchen, um die Resultate mit den bisherigen Ergebnissen abzugleichen.
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