Notizen aus Jakarta

Guten Morgen! Es ist der Tag, nachdem mit Macheten bewaffnete Demonstranten, Leichen und Fahrzeuge im Nordteil von Jakarta auseinandergerissen haben. Ich würde nicht sagen, dass sich die Lage beruhigt hat, da immer noch schwarzer Rauch und Asche von verbrannten Trucks durch die Luft, in der Nähe des Hafens geweht werden, aber die Stimmung ist heute um einiges entspannter. Die meisten der Leute, die heute in der Gegend unterwegs sind, sind Plünderer.

In den Zugangsstraßen in denen gestern Demonstranten Beamten der öffentlichen Ordnung, Arme und Beine abschnitten, drücken sich heute Passanten an den ausgebrannten Überresten von zerstörten Polizeiautos und Baggern vorbei. Händler bieten Zigaretten, Getränke und Eis an. Ein Typ hat sogar Durians verkauft.

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Erst als ich eine Wand aus ausgebrannten Trucks passiert hatte und mehr oder weniger zwischen dieser Barriere und dem heiligen Grab, an dem die Leute wenige Stunden zuvor demonstriert hatten feststeckte, realisierte ich, dass ich noch keinen einzigen Beamten, Polizisten oder Feuerwehrmann gesehen hatte, seit ich am Koja Hafen angekommen war. Die Zeitung bei der ich arbeite, hatte berichtet, dass hunderte Polizisten in der Gegend eingesetzt würden, um die Lage zu beruhigen damit die Lage ruhig bleibt. Falls sie da waren, haben sie sich ziemlich gut versteckt.

Ich habe verrußte Motoren und Getriebe gesehen, die auf Planen lagen und ein paar Typen, die auf zwei Motorrädern ein Truckgehäuse wegtransportiert haben. Für Schrott dieser Größe und dieses Kalibers kannst du bist zu 5.000 Rupien pro Kilo bekommen. Das sind in etwa 55 US Cent.

Die Demonstranten, die gestern mit dem Aufstand angefangen hatten waren da um das Grab von Mbah Priok zu verteidigen, das sie als heilig ansehen und das angeblich von der Stadt abgerissen werden sollte. Mitarbeiter der Stadt geben an, dass es nie Pläne gab, dieses Grab einzureißen, aber heute konnte man sehen, warum die Einheimischen sie nicht beim Wort nahmen.

„Es war ein Missverständnis,” sagte mir ein Mann, der sich selbst Mr. Dody nennt, gerade außerhalb der Hörweite einer Gruppe Gläubiger, die vor dem Grab beten. „Sie wollten das Grab abreißen, aber für uns ist es heilig.” Ich sagte, dass es mir so vorkäme, als hätten sich beide Seiten ganz gut verstanden. Aber er beharrte: „Nein, es war ein Missverständnis. Sie wollten nur den Containerhafen vergrößern.”

Das heute leere, aber trotzdem heilige Grab grenzt an die Mauern eines Containerhafens, der der staatseigenen Firma PT Pelindo II gehört. Das Grab loszuwerden würde bedeuten, dass die Firma ein viel größeres Gebiet ihr Eigen nennen könnte und sich dabei, die Taschen mit Geld füllen könnte.

Die Regierung sagt, dass sie lediglich die angrenzenden Gebäude abreißen wollte. Allerdings haben die gleichen Leute versprochen, dass sie ein funktionierendes Nahverkehrssystem einführen, die Verschmutzung in den Griff bekommen und die Korruption ausrotten würden. Bis jetzt steht es null zu drei und die meisten verantwortlichen Personen haben nun zumindest zwei Häuser.

Andererseits hat mir ein indonesischer Freund, der heute auch das Grab besuchte, erzählt, dass einer der militanten Prediger am Grab, seiner Gemeinde erzählte, dass die Schuld am Aufstand ganz klar bei den Juden und den USA liegt. Das ist also auch nicht gerade der Zorn der Gerechten.

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