GWAR … auf LSD

Wir persönlich können uns nichts psychisch oder physisch Unangenehmeres vorstellen, als bei einer Gwar-Show LSD zu nehmen, aber Jon Novak konnte seinen Kumpel „Derek” davon überzeugen, dass das eine fantastische Idee wäre. Wir sind froh, dass er mitgemacht hat.

Direkt nachdem mein Freund „Derek“ das LSD genommen hatte, meinte er, es würde schwer werden, sich zu entspannen. Wahrscheinlich, weil wir um 21:30 Uhr, 45 Minuten bevor sie spielen sollten, ein Interview mit Oderus Urungus, dem Sänger von Gwar hatten. Obwohl wir Fragen wie „Wenn Gwar eine Stück Fleisch wäre …“ und „Warum hat Gwar eine Kornnatter auf der Bühne?“ vorbereitet hatten, war mein erster Gedanke, dass er wegen des Interviews Stress machen könnte, was mich etwas nervös machte. Bevor wir das Haus verließen, sagte er mir, wir seien „Vorbilder“. Als wir ins Auto stiegen, meinte er: „Das könnte komisch werden.“

Während der Fahrt diskutierten wir die ganze Zeit über meine Kameraeinstellung. Zum Glück knallten die Drogen rein, bevor wir ankamen und er hörte auf, sich über irgendwas Sorgen zu machen, sodass es eigentlich total einfach war, diese Erfahrung zu dokumentieren.

Wir kamen um acht an, um den beiden Vorbands aus dem Weg zu gehen. Ich kann mich nicht an ihre Namen erinnern. Ich glaube, dass Derek noch nicht mal von ihnen wusste. Er ist kein Metal- oder Thrash-Metal-Fan. Meistens hört er Santana und Plants and Animals. Bevor er bemerkte, dass ich ihn fotografierte, schaute er sich eine Minute lang Blumen im Schaufenster eines Ladens an. Als wir ankamen, war niemand mehr vor der Tür, außer einem Jungen, der nicht reingekommen war. Wir machten ein Foto mit ihm.

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Ich schlug mein Lager neben dem Gwar-Merch-Stand auf und wartete auf ihren Stage Manager Eddie Oertell, der uns ins Backstage bringen sollte, damit wir unsere Ausrüstung dort lassen und Fotos von Ghoul machen konnten. In der Zwischenzeit machte der andere Fotograf, Nevin, ein Foto davon, wie Derek und ich uns unterhielten.

Während der Show trugen alle blutbedeckte Säcke über dem Kopf. Ich fand es geil und Derek sicher auch. Ein Typ im Maschinenkostüm kam mit einer riesigen Dose Pfefferspray auf die Bühne und zielte auf Dereks Gesicht. Es war nur Kunstblut, durch das er sich schnell dem Rest der Menge anpasste und den Rest der Nacht aussah, als würde er Lippenstift tragen.

Zwischen den Sets wagten wir uns nach vorne, um Bilder von den verrückten, vor Kunstblut triefenden Typen zu machen und Whiskey auf der Toilette zu trinken. Derek fand es lustig, Whiskey auf der Toilette zu trinken und dann mit einem Vorhang, hinter dem sich ein Regal voll mit Toilettenpapier befand, zu posen.

Kurz bevor Municipal Waste anfingen, gingen wir vorne zwischen den Barrieren hindurch zurück und ich fing langsam an, das Licht einzustellen, während Derek mit einigen der seltsamen Requisiten, die wie ausgestopfte Körperteile in schwarzen Tüten aussahen, fotografiert wurde. Derek tauchte in die Menge ein und ich hatte Glück, dieses Bild von ihm machen zu können.

Das Interview mit Oderus ging ziemlich schief, weil Derek sein Aufnahmegerät kontrollieren wollte und es statt anzuschalten, ausmachte, dann wieder an und wieder aus. Während wir herumfummelten, um alles zusammenzubekommen, saß Oderus da und starrte auf die Kamera. Das Interview sollte um 21:30 Uhr anfangen, aber gegen zwanzig vor fingen sie noch nicht mal an, sich zu kostümieren, sodass das Ganze von Anfang an abgehetzt war.

Derek hatte zwei Seiten mit größtenteils beschissenen Fragen vorbereitet. Oderus riss ihm seinen Notizblock aus der Hand und machte sich, bis sie auf die Bühne gingen, durchgehend über ihn lustig. Zum Glück bekamen wir viele Bilder und ein 6-minütiges lautloses Interview mit Oderus, wie er Derek herumschubst, der die nächsten fünf bis sechs Stunden wahrscheinlich nicht ins Bett gehen würde.

Gwar spielte gut und insgesamt war der Auftritt ein Erfolg. Als wir im Moshpit zwischen all den Blutlachen und Bierdosen herumliefen, fand Derek eine kaputte Brille auf dem Boden, die er aufsetzte.

Auf dem Weg nach draußen machten wir Bilder von drei Bauernjungs aus Tennessee, Georgia und Alabama. Sie wiederholten das circa fünfmal, um sicher zu gehen, dass ich verstand, wie weit sie gefahren waren, um Gwar zu sehen. Einer von ihnen beschloss sogar, Dereks Kopf abzulecken.

Wie trafen noch einmal Eddie „Stage Manager“ und Derek fragte ihn nach einem kostenlosen Sweatshirt. Mir war es peinlich, aber als er eins bekam, passte es. Zurück bei ihm zu Hause machte ich ein überbelichtetes Foto von ihm.

Fotos: Jon Novak und Nevin McIntyre

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