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Interviews

Interview: Die Orsons erklären ihr hochstrukturiertes Chaos

Deutschraps beste Boyband über kalte Snare-Sounds, Nail-Alben und Sitcom-Streitereien.

von Davide Bortot
18 März 2015, 4:00pm

Die Orsons nicht zu mögen, ist wie Babywombats zu treten. Sie können exzellent rappen, mindestens genauso gut nicht rappen und bringen es tatsächlich fertig, auf eine hochseriöse Weise gleichzeitig todernst und saulustig zu sein. Was umso erstaunlicher ist, weil die meisten ihrer Kollegen ja wirklich überhaupt nicht lustig sind und ernst auch nur im Sinne von verkrampft. Nur ein wirklich gutes Album hatten die vier Teilexilschwaben bislang nicht gemacht. Mit “What’s Goes?” hat sich auch das erledigt. Darüber muss natürlich geredet werden (Fand Kaas zwar irgendwie nicht. Die anderen dafür aber umso mehr.).

Noisey: Ihr habt einen großen Teil von “What’s Goes?” in Undingen aufgenommen. Wie ist es in Undingen?
Bartek:
Es gibt zwei Straßen. Eine Bäckerei. Eine Post, die nie auf hat. Eine Metzgerei. Das war’s. Um 23:00 Uhr gehen die Straßenlaternen aus und es ist stockfinster. Ansonsten ist da viel Natur. Schwäbische Alb halt. Ein paar hundert Meter von dem Haus entfernt ist auch ein Korallenriff, das früher unter dem Meer lag und jetzt sichtbar ist. Das ist wunderschön. In diesem Ort schließen wir uns dann ein in dreistöckiges Haus ein, in dem unten ein Studio drin ist und oben noch mal jeder seinen eigenen Raum hat, in dem er seine Base aufbauen kann. Da machen wir dann Musik. Kochen, lachen, streiten.
Tua: Man muss aber dazu sagen, dass wir nicht nur in Undingen Musik gemacht haben. Jeder von uns hat zusätzlich noch sein eigenes Studio, in Berlin oder Stuttgart. Und die ersten Skizzen für einen Orsons-Song entstehen immer dort—oder irgendwo ganz anders.
Maeckes: Ich habe das Meiste für dieses Album im Zug gebastelt. Bei den Orsons arbeite ich im Anfangsstadium immer sehr schnell, probiere viel aus, verwerfe aber auch viel. Gerade für die reineren MCs in der Crew ist es gut, einen großen Beatpool zu haben.
Bartek: Die rrreineren MCs!
Maeckes: Ja. Die arischen MCs halt.

Die Idee ist: Einer fängt was an, fertig machen tut ihr es dann zusammen?
Maeckes: Genau. Das läuft bei jedem anders. Tua zeigt seine Sache immer erst, wenn schon sehr viel von dem Song fertig produziert ist. Bartek dagegen schickt gerne mal nachts um drei Uhr vier Skizzen per Mail, bei denen man sofort merkt, dass er die gerade rausgebouncet hat und außerdem völlig dicht ist.
Tua: Das sagt aber erst mal nichts über die Qualität aus. Wenn Bartek fünf Minuten lang bekifft mit Autotune über irgendeinen Beat singt, sind da oft Treffer dabei. Und wenn ich einen Song schon halb gemastert habe, kann das trotzdem ein Haufen Hundescheiße sein. Es ist einfach eine Frage der Herangehensweise.

Ihr habt gesagt, dass “What’s Goes?” im Gegensatz zu euren bisherigen Alben einen klaren roten Faden hat. Für mich fühlt es sich eher an, als gäbe es mehrere rote Fäden.
Tua: Ich würde es so beschreiben: Es gibt zusammengesetzte Zusammenhänge. Bestimmte Dinge wiederholen sich, sind aber immer anders angezogen. Ja, es ist nicht so stringent wie ich meine Solosachen angehen würde. Das ist bei vier Leuten schlicht nicht möglich. Aber es gibt gewisse Stränge. Songs wie “Grün”, “Oben vom Heu” oder “SalamiFunghiZwiebelPartypizza” sind etwas boom-bappiger, mit fast schon organisch anmutenden Piano-Sounds, Sample-artigem Zeug und vielen Cuts. Aber sie haben trotzdem noch Elemente, die du auch bei den anderen Songs findest, etwa diese sehr kühlen, sehr direkten Snaresounds, die sich nicht direkt einordnen lassen, weil die Maschine, aus der sie kommen—die Roland TR-66—in ganz vielen verschiedenen Genres stattfindet. Dieser eher synthetische Sound ist besonders klar herausgearbeitet bei “Papa Willi und der Zeitgeist“ oder beim Ende von “Rotlicht”. Im Grunde sind es für mich also zwei Stränge.

Gibt es nicht noch den Strang “Spätsommerabendmelancholie”?
Bartek:
Das wohnt uns einfach inne. Hat es schon immer.
Maeckes: Gerade die Musik von Tua und mir ist ja geradezu infiziert davon. Und bei diesem Album basieren die meisten Songs auf Beatskizzen von ihm und mir. Das steckt also in der Grundsubstanz—auch wenn wir auf einem Song am Ende nur irgendwelche Scheiße labern. Man merkt das auch, wenn ein Beat von Kaas kommt wie “Sunrise 555am”. Das fällt komplett aus dem Rahmen, weil da ausschließlich Dur-Akkorde drin stecken und es diese Melancholie eben nicht hat.
Tua: Ich glaube, dass diese Grundmelancholie auch von dem Lebensabschnitt herrührt, in dem wir uns befinden. Wie sind alle Ende 20, Anfang 30 – bis auf Kaas natürlich, der ist 6244 Jahre alt. Wir sind gerade dabei, uns von unserer Jugendlichkeit zu verabschieden und normale Menschen zu werden: arbeitende Bürger und Steuerzahler (lacht). Das, was da in einem entsteht, ist voll das Thema auf dem Album, explizit in bestimmt fünf, sechs Tracks.

Ist denn eure Musik immer über irgendwas?
Tua:
Klar! Ich hasse es, wenn man faselt, ohne dass man weiß, worüber man schreibt. Ich raste da aus. Ein Teil unserer Band sieht das ein bisschen intuitiver. Bartek zum Beispiel hat da etwas variablere Kriterien. Aber bei uns passiert nie etwas einfach nur so. Wenn wir schöne Worte benutzen, dann werden die hart diskutiert. Du kannst nicht auf dem Orsons-Album irgendwas einfach so sagen, weil du es cool findest. “Alter, was labersch du? Was für Wasserwogen?!? Erklär mir das mal!!!” Du kannst dir nicht vorstellen, was da schon für Diskussionsrunden entstanden sind.

Ihr beklagt euch in Interviews gerne—mal mehr, mal weniger ernst—darüber, wie anstrengend diese Konstellation ist. Nie erwähnt ihr, was daran gut ist. Warum macht ihr das dann eigentlich?
(Gelächter)
Bartek: Das sagen wir echt nie, ne?
Tua: Wissen wir vermutlich selbst nicht.
Maeckes: Eine Zwangsehe!
Tua: Das hat tatsächlich eine gewisse Eigendynamik. Die Orsons, das ist wie so eine Kutsche, die irgendwann losgefahren ist, und jetzt will man nicht mehr abspringen, weil sie mittlerweile dann doch ein bisschen zu schnell fährt. Außerdem weiß man nicht, wo genau man gerade ist und wie man von dort wieder alleine nach Hause finden würde. Das ist auf jeden Fall ein komplexer Ritt.
Bartek: Wir können die Konflikte einfach viel besser fassen und benennen als die Magie. Aber die Magie ist trotzdem immer noch da.
Tua: Die Konflikte haben auch oft etwas von einer Sitcom. Du weißt, diese Momente, wenn sich alle anschreien, aber es trotzdem lustig ist. Wir streiten uns wirklich oft. Aber das ist einfach unsere ganz normale Art, miteinander umzugehen.
Maeckes: Oft ist es auch so, dass zwei streiten und zwei lachen.
Bartek: Oder einer filmt.

Läuft das abseits der Musik genauso?
Maeckes:
Das kann man gar nicht so trennen. Wir waren generell nie die Band, die zusammen ins Kino geht. Wenn wir Zeit zusammen hatten, haben wir das immer schon mit Musik verbunden. Das war immer der größte gemeinsame Nenner.
Tua: Wir sind als Zweckgemeinschaft zusammengekommen. Irgendwann wird die Musik dann allerdings so präsent im Leben, der Beruf so ein wichtiger Teil, dass es, ob man will oder nicht, über die Zweckgemeinschaft hinauswächst. Irgendwann heult man dann halt das erste Mal auf Tour, weil jemand in der Familie gestorben ist oder hat zum ersten Mal Liebeskummer. Ey, wir kennen uns alle in- und auswändig. Ich brauch’ die nur ansehen und weiß sofort, was los ist.

Wenn man älter wird, spielt Geld meistens eine größere Rolle. Wie gut könnt ihr diese Frage vom künstlerischen Prozess trennen?
Tua:
Während des eigentlichen Musikmachens können wir das sehr gut trennen. Zum Glück. Ich habe Geld als sehr hemmendes Element kennen gelernt. Wenn man in Berlin wohnt, ist man ja ständig von irgendeiner Form von Musikindustrie umgeben. Da geht es zwangsläufig oft um Verkaufszahlen: Was hat der verkauft, was hat die verkauft? Wenn ich das ungewollt mit ins Studio nehme, kann ich nicht schreiben. Dann habe ich bei jedem Akkord diese kommerzielle Pseudo-Formelhaftigkeit im Ohr, die ohnehin überhaupt nicht stimmt. Das blockiert mich enorm. Deswegen ist unser Studiohaus in Undingen auch so geil. Da gibt es sehr wenige Managertypen, die irgendwas von Verkaufszahlen faseln.

Ihr habt immer wieder durchblicken lassen, dass ihr auf eurem letzten Album wegen der damals neuen Konstellation mit Universal ein paar Sachen gemacht habt, die ihr so nicht noch mal tun würdet. Könnt ihr euch noch an den Moment erinnern, an dem ihr zum Beispiel entschieden habt, dass “Horst & Monika” eine gute Idee ist?
Kaas: Ich mag den Song ja.
Tua: Ich hasse ihn. Aber von einzelnen Songs mal abgesehen: Wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, dann hatte ich bei all den Sachen, die ich jetzt nicht mehr so cool finde, schon damals ein komisches Gefühl. Ich wusste dieses Gefühl nur noch nicht so richtig für mich zu deuten. Das kann ich jetzt viel besser und kann deswegen auch viel bessere Entscheidungen treffen. Die Anbiederung an den Massengeschmack ist halt ein gnadenloser Kackschuh. Man kann sich den anziehen, aber dann muss man auch damit laufen. Wer sich einmal dafür entscheidet, gnadenlose Dreckspopmusik zu machen, der macht sich damit auch Türen zu. Und das haben wir zum Glück nie gemacht. Ich kann da nur für mich sprechen, aber ich habe mir einen künstlerisch eher engen Schuh angezogen. Manchmal schaue ich ihn an und denke mir: Boah, ist der geil, viel geiler als andere Schuhe. Manchmal drückt er auch. Aber alles in allem finde ich: Klar, man könnte mehr Geld verdienen. Aber man könnte auch schlechtere Musik machen.
Bartek: Ja? Dann mach ich lieber schlechtere Musik. (Gelächter)
Tua: Ich mache lieber bessere Musik.

Was ist also die größte Form von Anerkennung?
Tua:
Das Absurde ist: Die finanzielle Anerkennung ist trotzdem mit die größte—aber eben nicht zu dem Kompromiss, dass ich das nicht mehr cool finde. Wenn ich Geld mit Scheiße verdienen würde, wäre ich damit nicht glücklich. Aber wenn ich mit kompromisslosem Kram Geld verdienen kann, ist das für mich ein Riesenlob. I-did-it-my-way-mäßig. Alles andere ist einen Scheiß wert.

Wisst ihr, wer Die Orsons hört? Kennt ihr eure Fans?
Maeckes: Wir haben ja ein eher negatives Selbstbild.
Tua: Also, wir Spasten haben ja ein negatives Selbstbild. (Gelächter)
Maeckes: Ich muss sagen, dass ich immer mal wieder überrascht war, dass überhaupt jemand die Orsons gehört hat.
Tua: Man hat sich auch gefragt, warum.
Maeckes: Zum Beispiel dass die Beatsteaks Orsons-Fans sind, fand ich überraschend.
Tua: Ich glaube, dass es sehr divers ist. Wenn wir auf unserer Konzerte gehen…
Bartek: Wenn wir mal auf unsere Konzerte gehen…
Tua: Auf unseren Konzerten sind halt viele verschiedene Leute. Da sind die Kids, wie immer im Deutschrap. Wir sind bei Chimperator und da ist auch Cro und wir haben ein paar Songs, die so ähnlich sind, also ist das zwangsläufig so und das ist auch absolut cool. Dann sind da die, ich sage mal: Heads. Wir sind ja jetzt auch schon eine Weile dabei. Da haben die sich vermutlich irgendwann gesagt: Okay, jetzt sind sogar die Spasten Old-School, dann muss ich halt die hören (Gelächter). Ansonsten sind da auch erstaunlich viele erstaunlich normale Leute, die einfach gute Musik mögen. Und, was mir von Anfang an immer wieder aufgefallen ist, Leute, die selbst in irgendeiner Form Künstler sind. Die Orsons hatten immer etwas sehr Künstlerisches. Das war mal theatralisch, mal sehr visuell, mal fast schon surreal. Aber eben immer künstlerisch. Das hat von Anfang an dazu geführt, dass sich Leute dazu hingezogen fühlen, die selbst etwas mit dieser ganzen Sache zu tun haben.

Ihr seid ja, obwohl ihr musikalisch etwas ganz anderes macht, trotzdem ganz klar Teil dieses Deutschrap-Paralleluniversums. Habt ihr Spaß an dem, was da gerade abgeht: dieses ganze Beef-Ding zum Beispiel, Rapupdate, dies das?
Tua:
Ich hasse es. Abgrundtief.
Bartek: Ja. Aber ich erwische mich trotzdem jeden Tag auf MeinRap und kucke mal rum, was grad so das neue Ding ist.
Tua: Ich nicht. Ich kriege da schlechte Laune.
Maeckes: Ich tauche da manchmal ein, steige dann aber auch wieder aus.
Tua: Wenn ich nicht bei jedem sozialen Kontakt damit konfrontiert würde, fände ich das vermutlich auch lustiger. Aber dadurch, dass ich ständig damit assoziiert werde, macht mich das sauer.
Maeckes: Du kennst dich aber schon auch aus. Ich weiß noch, wie du mir zum ersten Mal Ansagevideos auf YouTube gezeigt hast. Ich kannte mich in dem Game überhaupt nicht aus. Aber eines Tages kam Tua an und meinte: “Mein Jung, setz dich hin, ich habe dir was zu zeigen.” Er konnte sogar ganz viele Ansagen auswändig mitsprechen!
Tua: Ja, das mag ich. Das muss ich sagen. Rap ist eben immer auch ein Happening. Da geht es nicht nur um Musik. Das ist einfach so. Rap ist nicht als Musik entstanden, sondern war ursprünglich ein Interlude zwischen zwei Songs. Alles, was im Rap gesagt wird, ist immer untrennbar mit einem Charakter verbunden. Man kann nicht wie in anderen Genres einen Song schreiben und sich danach überlegen, welcher Interpret den kriegt. Bei uns geht es mittlerweile natürlich mehr um Musik, aber das Happening-Spiel spielen wir trotzdem mit. Und bei anderen Rappern dreht sich dieses Verhältnis dann um: Da geht es viel mehr um die Marke und darum, wie die sich erhält. Es gibt Rapper, von denen ich noch nie einen ganzen Song gehört habe, die man aber trotzdem ganz genau kennt! Aber das ist auf eine Art auch Kunst, ob man das mag oder nicht. Vermutlich ist es wirklich nur meine persönliche Beteiligung daran, die mich das alles so sehr hassen lässt. Wenn ich nicht selbst in diesem Affenkäfig gefangen wäre, würde ich sagen: Geiler Affenkäfig, schön dass es den gibt... Vor ein paar Jahren war das alles ohnehin noch anders. Da waren wir alle noch viel mehr Rapper. Da war das Rappersein ein Lifestyle. Wir sind aufgewacht und waren erst mal Rapper. Man frühstückt wie ein Rapper, geht den Tag an wie ein Rapper. Aber das mache ich schon seit Jahren nicht mehr. Ich bin Familienvater und zahle Steuern.

Habt ihr mal darüber nachgedacht, wie viele Alben ihr als Orsons noch in euch habt?
Maeckes:
Keins mehr.
Bartek: Also laut Hitler und Stalin (blickt zu Maeckes und Tua) ist das so, ja. Ich glaube, dass wir noch ganz viele Alben ins uns hätten.
Kaas: Nach dem Orsons-Album ist es meistens so, dass man kein Orsons-Album mehr in sich trägt.
Tua: Bei mir ist es so: Ganz viele von den Orsons-Sachen finde ich gut, würde sie selbst so aber nicht machen. Und wenn ich zu lange nicht dazu komme, die Essenz von dem zu machen, was ich wirklich machen will, dann wächst das in mir wie schlechte Laune. Ich muss meiner Vision folgen.
Maeckes: Ja, manchmal ist es einfach an der Zeit, wieder ein Soloalbum zu machen. Mein letztes Soloalbum war 2010 “Kids”. Dazwischen habe ich zwar auch Sachen als Maeckes rausgebracht, aber das waren eher Ideen, Spielereien. Das hat nie gezählt als irgendwas. Und selbst bei “Kids” habe ich manche von den großen Songs, die ich noch in mir trage, bewusst nicht mit drauf genommen. Ich will auf jeden Fall noch mal dieses eine Album machen, bei dem musikalisch alles passt und auf dem diese Songs dann drauf sind. Und da spüre ich, dass es langsam Zeit dafür ist.
Tua: Geht mir genauso.

Ist das Album also nach wie vor die Königskategorie? Ihr seid ja alle Spezialisten darin, alles Mögliche schon mal gemacht zu haben bis auf das eine, unwidersprochene, definierende Soloalbum.
Maeckes:
Es muss nicht unbedingt ein Album sein. Es geht darum, es zu nailen. Man kann es auch in einer EP nailen. Aber es muss halt alles passen. Und das ist mir noch nicht gelungen, finde ich. Ich habe mich da immer vor gedrückt, fast schon eine richtige Antihaltung entwickelt. Immer wenn sich irgend etwas herauskristallisiert hat, immer wenn man das Gefühl hatte, man wäre jetzt angekommen, habe ich eine Kehrtwende gemacht und irgendwas ganz anderes ausprobiert. Das war schon bei Maeckes & Plan B so. Man wusste, wofür das steht. Da hätte jetzt das Album kommen müssen. Und was? Abgesägt! Oder bei den Orsons. Als das Ding gerade den Drive nach oben hatte, haben wir es alle links liegen lassen.
Tua: Um es kurz zu machen: Ja, das Nail-Album muss bei allen von uns her.

Ist dieses Orsons-Album denn jetzt das Orsons-Nail-Album?
Tua:
Ob ein Album ein Nail-Album ist, weiß man immer erst im Nachhinein. Aber momentan bin ich ganz zufrieden.

Wären Die Orsons denn auch in einer anderen Konstellation denkbar? Oder geht Orsons nur mit euch vieren?
Kaas:
Die Orsons wären mit vier völlig anderen Menschen denkbar. Das ginge. Aber nur einen tauschen, das wäre komisch.

Wenn ihr euch wie beim Kicker-Managerspiel eure Traum-Orsons zusammenstellen könntet, wer wäre dann dabei?
Maeckes: Du natürlich.
Bartek: Ja. Du, Visa Vie, Staiger und Falk. Ganz klar.
Tua: Unser Geist ist ziemlich weit weg vom Rap-Rap. Ich glaube, wir würden viele Leute nehmen, die uns im Geiste sehr nahe sind, aber nicht unbedingt Hip-Hop machen. Bonaparte find ich stellenweise gar nicht so weit weg von dem, was wir tun. Dann die ganzen Leute, die um uns rum sind: Mine, Tristan Brusch, Bina (Balbina), Rummelsnuff, Maxim, Beatsteaks. Die würden alle prima Orsons abgeben, und ich höre immer wieder Orsons-Lieder bei denen. Lieder, bei denen ich denke: Ja, das kann ich total nachvollziehen.

Was macht ihr in fünf Jahren?
Bartek:
Da kommt das nächste Orsons-Album.
Maeckes: Mit Mitte 30! (lacht)

Was ist an Mitte 30 lustig?
(Gelächter)
Maeckes: Nix ist an Mitte 30 lustig. Aber Mitte 30 und Orsons-Album ist lustig.
Tua: In fünf Jahren sind die Orsons wie die Stieber Twins, Alter. 2020 sind wir Advanced Chemistry.
Bartek: Also können wir dann wieder wie Rapper frühstücken?
Maeckes: Also ich mache was anderes.
Bartek: Was anderes als Rap?
Maeckes: Was anderes halt.
Tua: Ich will reisen. Ich habe unglaublich Bock zu reisen.

Kaas, du? Sag doch du auch mal was!
Maeckes:
Ja, drop doch mal was!
Kaas: Ach, so unter Druck kann ich jetzt auch nichts sagen. Ist ja jetzt auch irgendwie zu spät.
Tua: Okay, Jetzt mal ernsthaft: Wir sind am Ende unserer Kernkraft.
Maeckes: Die Insassen...
Maeckes & Tua: ...werden unehrenhaft entlassen!

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