Jedes Jahr, egal wo ich gerade bin, versuch ich zurück nach Hause zu kommen um bei den Robert Dovers Cotswold Olimpick Games mitzumachen. Es ist eigentlich genau wie die richtigen Olympischen Spiele, nur altertümlich und mit bisschen mehr Schienbeintreten und Dreck. Diese Spiele gibt es jetzt schon seit 400 Jahren – nämlich seit 1612 – auf dem gleichen Hügel in den Cotwolds und neben den Nabelschnüren, die auf den Bäumen verteilt werden, erfüllt dieses Fest jedes Kliche von der inzüchtigen Landbevölkerung.
Hast du schon mal was von der UK Shin Kicking Championship gehört? Also vertrau mir, wenn ich sage, dass London 2012 ohne sie echt ärmer ist. Zwei Kandidaten stehen sich gegenüber und fassen sich gegenseitig an den Schultern und treten sich dann solange gegens Schienbein bis einer aufgibt. Der einzige Schutz den es gibt ist ein wenig Stroh, dass man sich in die Socken steckt, was nicht wirklich etwas bringt, wenn dein Gegner Doc Martens trägt und dir in die Eier tritt, was oft passiert.
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Ringe deinen Gegner auf den Boden oder bringe ihn zum weinen und du gewinnst. Der Gewinner dieser Schlacht war später im Finale, wo er sich sein Schienbein gebrochen hat. Ein schwaches Schienbein ist die Achillessehne eines Schienbeinkriegers.
Aber Schienbeintreten ist nicht der einzige brutale Sport beim Dover. Da es ja eine altertümliche Olympiade sein soll, wurden auch die lokalen Schwertversessenen eingeladen um ihre großen und langen Schwerter enthusiastischen Männern vorzuführen.
Um deine Männlichkeit in der Stadt zu beweisen gibt es diese Boxmaschinen, doch auf dem Land schlägt man sich am liebsten mit verfickt großen Stöcken. Der Gewinner bekommt wahrscheinlich eine Satellitenschüssel oder ein iPad Adapter für ihren Ford. Solche Sachen lieben sie hier draußen
Brazilien hat den Samba, Argentinien den Tango, Amerika hat das Strippen, doch die UK hat das Morris Dancing.
Meine liebevollen Eltern
Genau, Menschen aus Cotswolds sind eigentlich immer so angezogen.
Nachdem großartigen Sportarten wie dem Hammerwurf, Tauziehen, und Staffelrennen fertig sind, wird etwas seichtere Unterhaltung durch Schäferhunde die durch brennende Ringe springen bereitet. Geniess dein £50 Ticket, lange Schlangen, und dein 1000 Meter Rennen in London 2012 du Spasst
Wenn die brennenden Hunde dann aufgehört haben, wird ein riesiges Lagerfeuer entzündet und ein langweiliges Feuerwerk wird empor gedonnert. Ich habe ja generell nichts gegen Feuerwerke nur habe ich leider noch nie ein gutes gesehen.
Bis zum heutigen Tage war das Lagerfeuer immer oben auf dem Hügel und man konnte seine eigene Fackel dort anzünden. Jedoch wurde in einem, von der Daily Mail inszeniert, Sicherheit-/ und Gesundheitsvorhaben unsere Freude zerstört, da nun das Feuer unten am Hügel steht und von einem Zaun umringt ist. Das hieß, dass wir unsere unglaublich unsicheren Fackeln mit einem Feuerzeig anmachten mussten.
Die Tausendmann starke Gruppe zog den Hügel hinab richtung der lokalen Stadt Chipping Campden um dort mit einem schönen, traditionellen Besäufnis den Abend abzurunden. Jeder Versucht auf dem Weg die Haare der anderen abzufackeln.
Ja, meine Freunde können alle Feuer aus ihren Fingern schießen.
Ich würde keinem von euch einen Vorwurf machen wenn ihr denken würdet, dass etwas äusserst rassistischen hir vor sich geht, doch ihr müsst mir glauben, dass das nur zum Spaß ist und wir nicht gerade auf dem Weg zur einzigen Schwarzen Familie in Cotswolds sind.
Es wären keine Dovers Games wenn es keine Massenschlägerei gäbe. Ich bin mir nicht sicher warum die hier gestartet ist aber ich kann mir vorstellen es war etwas wie „Deine Mutter ist deine Schweter”, oder so.
Wenn dann die Kämpfe und die grauenhafte Musik zu Ende sind, springen alle auf ihre Traktoren und fahren nach Hause, (Betrunken fahren ist nämlich auf dem Land so gut wie erlaubt), wissend, dass es wieder erfolgreiche Dovers Games waren und die Tradition von brutalen, ländlichen Sportarten in guten Händen liegt.