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Als Journalist arbeitest du wirklich nur zu einem Zeitpunkt nicht: wenn du schläfst. Selbst dann träumst du vom nächsten Text, verarbeitest den Tag indem du davon träumst, dass du die Arbeitskollegen im Krankenhaus zum kollektiven MRT triffst oder dass Jennifer Lopez einen Penis hat und dir damit ins Gesicht spritzt. Alles schon passiert.
Die Ausstellung Neue Wege nichts zu tun, die am Donnerstag dem 26. 6. in der Kunsthalle Wien eröffnet wird, untersucht Arbeitsprozesse, die Ansprüche an die Produktivität, die heutzutage an uns gestellt werden, indem sie sich der künstlerischen Produktion entzieht und sich Arten des Unterlassens und des Nichtstun widmet. Das man sich im Alltag produktiv von Arbeit distanziert, stellen wir uns schwierig vor.
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Versuchen können wir das aber bei dem Mini-Festival Neue Wege, das im Rahmen der Ausstellungseröffnung im Museumsquartier stattfindet. Von Donnerstag bis Sonntag kannst du im Zuge des Summer of Sounds neue Wege finden, Musikern beim Arbeiten zuzusehen. Kostenlos, aber mit begrenztem Platz. Und man braucht ein physisches Ticket, um reinzukommen. Achtung, Spoiler: Wir verraten euch am Ende dieses Artikels, wie ihr zu diesen Tickets kommt.
Als Eröffnungs-Act wird der Elektronik-Pionier Thomas Fehlmann spielen, der vor, in und nach seiner Zeit als Floating Member bei The Orb, zu einem der Großen im Electro-Genre avancierte. Sein Labelkollege (Kompakt) Tobias Thomas wird euch dann den Rest des Abends mit elektronischer Musik beglücken.
Am Freitag geht es in der Ovalhalle weiter. Dort wird das Thema des MQ Summer of Sounds „the relationship of sound and space” aufgegriffen, indem man sich mit einer 360 Grad-Projektion von 4YOUREYE von einer durchschnittlichen Konzertsituation verabschiedet. Der Film Train of Thoughts, begleitet von Musik der Sofa Surfers, nehmen dich an Wiener Orte mit, an denen du mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit so noch nicht warst: den dunklen, versteckten Untergrund. Wenn du das überstanden hast (also deine Begeisterung überstanden hast), kannst du dich anschließend mit dem neuen Material von Clara Moto wieder aus dem Untergrund in den Party-Modus feiern. Als ovalen Abschluss (ein runder geht in einer Ovalhalle nunmal nicht) wird der aufstrebende Elektronik-Musiker Wandl spielen.
Am Samstag spielen Crazy Bitch in a Cave und Monsterheart—ebenfalls in der Ovalhalle. Patrick Weber, der auf der sich auf der Bühne mit falschen Wimpern, langen Haare und Frauenkleidung von seiner Männlichkeit distanziert (klingelts?) performt als Crazy Bitch in a Cave. So aufgemascherlt wird er euch in aller Sexyness seinen Disco-Sound um die Kleidchen wehen. Danach spielt das Glam-Goth-Pop-Häschen Monsterheart. Als aufmerksamen Leser muss man dir nicht erklären bei wem es sich bei der Dame handelt, die Anderen können es hier nachlesen und sich schonmal auf pastellfarbigen Pop einstellen. Mit deepen House von The New Tower Generation wird der dritte Abend langsam dann ins Off getragen.
Auf den Tag des Herren scheißen wie auch die Wochen, Monate und Jahre zuvor und gehen lieber in die Ausstellung Neue Wege nichts zu tun um uns beim Matinée mit Radian einen leichten Kunstrausch anzutrinken.
Wenn du auch findest, dass das nach einem eher perfekten Programm klingt, ja richtig, dann haben wir jetzt die guten News: Die Tickets liegen nicht nur in der Kunsthalle und im quartier21 aus, sondern ab Dienstag auch jeweils 30 Tickets für alle Tage bei Zapateria, Zweitbester und Kiosk.
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