Chris hat sich ein ausgeklügeltes System ausgedacht, um nicht mehr von Bergen von Pornos erschlagen zu werden. Diese Woche erzählt er uns, wie eine ganz spezielle Lady an seinem Abwehrsystem vorbeigekommen ist.
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Regie: Daniel Dakota
Rating: 10
Ich bekomme in einem ruhigen Monat mindestens 200 Pornos zugeschickt. Ich schaue mir weniger als ein Zehntel davon an. Als ich vor sieben Jahren anfing, diese Kolumne zu schreiben, war ich von der schieren Masse der DVDs so überwältigt, dass ich gar nicht wusste, was ich damit anfangen sollte. Seitdem habe ich mir ein System angewöhnt und jetzt gibt es Ordnung in meinem Leben und in meinem Büro; keine Cover mehr, die wild auf meinem Boden rumfliegen. Wenn ich jetzt eine Box öffne, überlege ich mir, auf welchen von drei Stapeln der Film kommt. Der erste Stapel ist immer der größte – das ist der Stapel, der rausfliegt. Wenn ich mir das Cover anschaue und nichts davon interessant ist (heiße Mädchen, bizarrer Sex, witziger Titel, Tippfehler im Namen), kommt er auf den Stapel, der wegmuss. Einmal im Monat tausche ich den Dreck bei meinem freundlichen Nachbarschaftsaraber gegen eine großzügige Menge von Wein und Bier ein. Der letzte der drei Stapel ist meistens der kleinste. Er besteht aus den Titeln, die es direkt in diese Kolumne schaffen, ohne dass ich sie mir ansehen muss. Es ist ziemlich selten, dass sowas passiert. Der Film muss einmalig sein. Der Titel muss mich dazu bringen, laut zu kichern, wenn ich ihn lese und wieder lese. Es muss irgendeine Form von unnatürlichem Sex geben, die ich vorher nicht kannte, oder von der ich dachte, sie wäre nicht möglich. Es muss eine Freakshow Person geben (egal ob es die 350 Pfund Frau ist, ein Hermaphrodit oder eine Tussi mit T-Rex Armen). Weil diese Filme so selten sind, kommen die meisten, über die du hier liest, aus dem zweiten und mittleren Stapel. Das ist der wo die ‚vielleichts’ landen. Die mit den halb-schlauen Namen. Die DVD mit einem oder zwei hübschen Mädchen. Oder ein Cover, das einem „etwas noch nie dagewesenes” verspricht. Ich hasse den zweiten Stappel, weil ich jeden einzelnen Film darin anschauen muss, und hoffen muss, dass irgendetwas Bemerkenswertes dabei ist, was mich an eine witzige Anekdote denken lässt, über die schreiben will. Meistens ist es eine riesige Zeitverschwendung und der Film ist genauso vorhersehbar wie ich mir dachte, als ich die DVD in den Player geschoben habe. Dieser Film, dieser kleine Film namens Miss Strap On, ist mein Million Dollar Baby, er hat es entgegen jeder Wahrscheinlichkeit geschafft. Er hat das getan, was kein Film in den letzten fünf Jahren geschafft hat. Er ist von den Toten wiederauferstanden. Auf den ersten Blick habe ich es auf den ‚Raus-Stapel’ geworfen. Erstens hasse ich POV (point of view) Aufnahmen, außerdem hass ich jede Art von Orgienfilmen, weil es soviel Action gibt, die in eine Aufnahme gepackt werden muss, was den Regisseur dazu zwingt, wie verrückt mit seinen Aufnahmen hin und her zu springen, was keinen Platz für die Entwicklung der Charaktere lässt. Deswegen war also Miss Strap On auf dem Weg zum Araber. Und dann ist was passiert. Vielleicht war ich einfach in der Stimmung für ein bisschen Lesben Action, vielleicht, weil ich zuhause keine kriege, ich weiß auch nicht, aber plötzlich war die DVD im ‚vielleicht’ Stapel. Dann habe ich mir die Zeit genommen tatsächlich mal die Rückseite zu lesen auf der stand: „Die 1,90 große Emiliana hat sechs Umschnalldildos auf ihrem gesamten Körper verteilt.” Äh, Moment. Was? Sofort habe ich die Disk in den Player geworfen und tatsächlich hatte diese Frau Dildos an ihren beiden Füßen, ihren Oberschenkeln und ihren Handgelenken. Sie hatte auch einen Umschnalldildo um den Bauch geschnallt. Sie sah aus wie ein merkwürdiges Dildomonster aus einem extrem billigen und schlechten Horrorfilm, und ich habe sie geliebt, wie sie bedeckt von Frauen, die auf ihr herumhüpften, auf dem dritten Stapel saß.
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