Hier sind einige Gründe wegen derer man Texas hassen kann: die Hitze, der Waffen-Fetischismus, die Cowboys, Georg W. Bush, die Öl-Industrie, die schlechte Gesundheitsversorgung und Country, um nur ein paar zu nennen. Aber nun hat sich der Gouverneur des Staates, Rick Perry, selbst an den Anfang dieser Liste gesetzt.
Perry verkündete vor kurzem, dass der 6. August ein Tag des Gebets werden wird. Er nennt diesen Tag „The Response“ und wird selbst an diesem „Event“, das zu einer Hälfte aus Gebeten und zur anderen aus Selbstverleugnung bestehen wird, in Houston teilnehmen. Da Perry das alles nicht alleine auf die Beine stellen kann, hat er sich mit einer Organisation namens „The American Family Association“ zusammengetan, einer Gruppe homophober Trottel wie sie die Welt noch nicht gesehen hat.
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Das hier steht auf der Homepage von „The Response“:
“Liebe Amerikaner, Amerika befindet sich im Moment in einer Krise: Wir werden von Staatsschulden, Terrorismus und einer Vielzahl Naturkatastrophen belagert. Als Nation müssen wir uns nun zusammenfinden und uns an Jesus wenden, damit er uns durch die vor uns liegenden schweren Prüfungen führt und um ihm für die Freiheit, die wir genießen zu danken.“
Im Ernst, ich kann mir so eine Scheiße nicht ausdenken, seht euch hier einfach das Video an:
The Response Promo from The Response USA on Vimeo.
Ich lasse die Trennung von Kirche und Staat nun mal außer acht, denn wenn ich darauf eingehen würde, müsste ich die Zurechnungsfähigkeit jedes gewählten Politikers in Frage stellen, der sich auf Gott beruft, um politische Probleme zu lösen. Oder die Ironie, dass der gleiche Typ im Jahr 2009 die Abspaltung Texas vom Rest der Vereinigten Staaten gefordert hat. Dieser Fakt ist besonders witzig, wenn man bedenkt, dass der gleiche Typ ein langjähriger Mitarbeiter der amerikanischen Regierung ist und nicht nur Texas aus dem Staatenverbund auslösen wollte, sondern einen offenen Brief an alle 49 anderen Staaten schrieb, um sie von seinem „öffnet-endlich-die-Augen-und-beginnt-zu-beten-denn-wir-die-Regierung-haben-versagt“ Tag zu überzeugen. Diese Art von Voodoo-Politik ist genau das, was Länder wie Haiti so unfähig und disfunktional macht.
Dann ist da aber auch noch die unglaubliche Ignoranz, mit der angenommen wird, dass ein Gebet die richtige Antwort auf die derzeitig prekäre Situation von Millionen Amerikanern sei. Ich meine, ein Gebet gibt dem ein oder anderen bestimmt ein gutes Gefühl oder sowas, aber um denMillionen anderer zu helfen, die im Moment keine Arbeit finden, kein Essen auf dem Tisch haben oder feststellen, dass ihre Hypotheken mehr wert sind als ihr Haus, braucht man wahrscheinlich ein wenig mehr als nur ein gutes Wort an Gott.
Für einen frommen Menschen legt Rick jedoch nicht besonders viel Vertrauen in Gottes Gerechtigkeit. Seit er sein Amt übernahm, wurden in Texas 200 Gefangene hingerichtet. Übrigens gibt es auch noch eine Menge Probleme mit der Umwelt, aber darauf sollten wir gar nicht weiter eingehen, denn Perry und seine Kollegen lehnen die Idee von globaler Erwärmung komplett ab. Ebenso wie ein funktionierendes Gesundheits oder Schulsystem. Ich könnte hier noch ewig so weitermachen und Mist aus Perrys Kopf schaufeln, aber darum geht es hier nicht. Es geht darum, dass Dick Perry für seine mittelalterliche, kleingeistige Weltanschauung, seine religiöse Verirrung und die Absurdität seiner Politk unser Arschloch der Woche ist.
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